Stillen bei Erkältung

Stillen: Bester Schutz vor Erkältung und gut fürs kindliche Immunsystem – stimmt das aber auch wenn die Mutter krank ist?

 

Ohne Immunsystem geboren
Ein Mensch wird ohne eigenes Immunsystem geboren. Erst im Laufe des Lebens, wenn das Baby mit Krankheitserreger wie spezifische Bakterien oder Viren in Berührung kommt, wird das Immunsystem gefordert und dabei ausgebildet. Es lernt sozusagen mit jeder Erkrankung neue Keime und Viren kennen und kann dann bei erneutem Kontakt, diese erkennen und Antikörper bilden.

 

Muttermilch unterstützt das Immunsystem des Babys
In den ersten Lebensmonaten wird das Immunsystem, sofern die Mutter stillt, durch Muttermilch unterstützt. Denn diese enthält Antikörper gegen Krankheitserreger aus dem Umfeld der Mutter, die über die Muttermilch an das Baby weitergegeben werden. So kann einer Krankheit beim Baby vorgebeugt werden, bzw. eine beginnende Erkältung einen schwächeren Verlauf nehmen.

Kommt das Kind in die Krippe oder den Kindergarten, möchte man meinen es sei dauerkrank. Ein Schnupfen mit Husten reiht sich an den nächsten. Aber das ist völlig normal, betrachtet man die Zahl der Erkältungen pro Jahr, die für ein Kleinkind als völlig normal gilt:13!

 

Stillen trotz Erkältung?
Häufig raten die Ärzte kranken Müttern ab, ihr Kind weiterzustillen. Dieser Rat ist jedoch in vielen Fällen eher als kritisch einzustufen, denn nur bei sehr wenigen Erkrankungen ist es tatsächlich notwendig abzustillen, was ohnehin nur schwierig von einem Tag auf den anderen gelingt. Es gibt viele Medikamente, die auch stillenden Müttern gegeben werden können. Ist die Mutter matt und fühlt sich schlapp, sollte sie im Bett im Liegen stillen – ist das Baby auch erkrankt, dann sollte es in einer erhöhten Stillposition angelegt werden. Denn gerade beim kranken Baby jetzt ist Stillen eine gute Unterstützung, da auch die Muttermilch einer kranken Stillenden viele Antikörper und Immunstoffe enthält.

 

Stillen bei Fieber?
Auch eine fiebernde Mutter darf stillen, sie sollte allerdings den erhöhten Flüssigkeitsbedarf ausgleichen. Stillende, auch gesunde, sollten immer nach Durst trinken, dieser stellt sich normalerweise automatisch immer beim Stillen ein. Also vorher immer eine Flasche Wasser oder eine Kanne Tee bereitstellen.

Viele Mütter erhalten bei einer Erkältung ihre Kraft, indem sie ihr Baby einfach mit ins Bett nehmen und es dort stillen, sobald es hungrig wird. Dies erleichtert den Alltag enorm. Für das Baby muss keine Nahrung eingekauft werden, und die Mutter muss nicht aufstehen um ein Fläschchen zuzubereiten.

Im Gegensatz kann ein plötzliches Abstillen während einer Erkrankung die gesundheitlichen Probleme der Mutter vergrößern, da es bei einem eventuellen Milchstau zu einer Brustentzündung kommen könnte. Auch für das Baby wäre ein plötzliches Abstillen schwierig, wenn ihm plötzlich seine vertraute Nahrungsquelle entzogen wird.